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Berufungen stellen das fakultätsinterne Verfahren zur Vorschlagsliste für die Besetzung offener/neuer Professorenstellen dar. 

Was macht eigentlich eine Berufungskommission?

Kandidaten für Professuren auswählen. So eine Kommission wird immer dann gegründet, wenn ein für einen Professor ein Nachfolger gefunden werden muss, weil er in Rente Pension geht, oder aber neue Forschungsgebiete erschlossen werden sollen. So geschieht das an unserer Fakultät zurzeit für die Professoren Busch (Verkehrstechnik) und Zimmermann (Bauprozessmanagement), die in Ihren jeweiligen Nachfolger-Verfahren übrigens grundsätzlich nicht mitwirken dürfen. Für neue Forschungsgebiete sind gerade einige sogenannten Tenure Track-Professuren in Vorbereitung. Die sind zuerst auf sechs Jahre befristet und können danach in volle Professuren umgewandelt werden.

Das Gremium besteht aus Kommissionsvorsitzendem, Berichterstatter des Präsidenten (ohne Stimme), Professorenvertretern, einem wissenschaftlicher Mitarbeiter, zwei studentischen Vertretern (mit einer gemeinsamen Stimme), Gleichstellungsbeauftragten und einem ein externer Vertreter.

Warum ist das wichtig?

Professoren (oder Professorinnen, auch so etwas soll es geben) sind die einflussreichsten Personen an der Uni. Sie haben weitgehende Kontrolle darüber, was an ihren Lehrstühlen geforscht wird und wie die Lehre gestaltet wird. Sie werden normalerweise auf Lebenszeit gewählt und mischen so über etliche Jahre an der Fakultät und der Uni mit. Gemeinsam haben sie die Mehrheit im Fakultätsrat, dem entscheidenden Gremium für alles wichtige, beispielsweise Studienordnungen und Pürfungszeiträume.

Und was heißt das für mich?

Es ist also für uns Studierende ganz besonders wichtig, dass Bewerber ausgewählt werden, die nicht nur tolle Forschung betreiben und über ihr Wirtschaftskontakte viel Geld mitbringen, sondern auch die Lehre ernst nehmen und sich für Belange der Studentenschaft interessieren. Gut also, dass die in jeder Berufungskommission ein bis zwei Vertreter der Fachschaft sitzen. Die bewerten Probevorträge (die sind häufig öffentlich und sehr interessant!), stellen Fragen, organisieren oft zusätzlich zum normalen Bewerbungsprozedere Gespräche mit Fachschaftlern und schreiben am Ende in ihrer Stellungnahme, wie gut die einzelnen Kandidaten aus Studierendensicht geeignet wären.

Wie geht es danach weiter?

Am Ende stellt die Berufungskommission eine Art Wunschliste auf, zu der die Studierenden nochmal eine gesonderte Stellungnahme schreiben. Das Hochschulpräsidium versucht die dann mit Verhandlungen zu Einstellungsbedingungen, in denen es um Personal, Ausstattung und mehr geht, zu erfüllen. Wenn alles gut läuft, erteilt es einen Ruf, sozusagen ein Stellenangebot am Steroiden. Wenn der angenommen wird, begrüßen wir zum nächsten Semester eine*n neue*n Professor*in.